Hyperventilation

Hypervenitlation ist beim Tauchen strengstens verboten!!!

Die Steuerung der Atmung ist ein komplexer Vorgang (siehe auch Punkt Atmung und Atemwege!), der sich nach den tatsächlichen Bedürfnissen des Körpers richtet. Ist es durch vermehrte Muskelarbeit zu einem vermehrten Anfall von CO2 und sauren Stoffwechselprodukten (z. B. Milchsäure) gekommen, so ist die Atmung unwillkürlich vertieft und beschleunigt. Der Grund ist also ein zuviel an CO2, das Ziel eine Normalisierung der Werte im Blut. Viele Taucher atmen jedoch, ohne daß ein gesteigerter Atemreiz besteht, vor dem Abtauchen mehrmals tief ein und aus. Sie tun dies in der irrigen Annahme, daß es auf diese Weise gelänge, mehr Sauerstoff im Blut zu speichern. Dies ist jedoch nicht der Fall: bei Lungengesunden beträgt die Sauerstoffsättigung des Blutes im Normalfall schon ca. 98 %. Selbst durch intensives Atmen erhöht sich die Sauerstoffsättigung des Blutes daher nur unwesentlich. Durch eine bewußte Vertiefung der Atmung kommt es jedoch zu einer vermehrten Abgabe von CO2, also einem im Verhältnis zum tatsächlichen Bedarf "Überatmen". Medizinisch bezeichnet man das als Hyprventilation. Durch Hyperventilation und die damit verbundene vermehrte CO2 Abgabe kommt es im Körper zu weiteren ungünstigen Veränderungen, wie das folgende Schaubild zeigt: 

Wie aus dem Schaubild ersichtlich, ist ein Effekt der Hypervenitlation tatsächlich die Verlängerung der Apnoezeit, also der Zeit, in der willentlich die Luft angehalten werden kann. Dies erklärt sich aus der Senkung des CO² Gehaltes des Blutes (Hypokapnie) und der dadurch verlängerten Zeit, bis genügend CO² gebildet wurde, um den Atemreiz zu geben. Durch die gleichzeitige Verschiebung des pH Wertes (in den alkalischen Bereich: Alkalose) und die dadurch vermehrte Abnahme von Calzium-Ionen in der Blutflüssigkeit kommt es jedoch zu Mißempfindungen, wie Kribbel-Gefühle um den Mund und an den Häden sowie in schweren Fällen zu einer Verkrampfung der Muskeln (Tetanie): es resultiert das typische Bild der "Pfötchenstellung". Durch die gleichzeitig verminderte Durchblutung des Gehirns (durch Blutdruckabfall [Hypotonie], Gefäßengstellung [Vasopasmus] und erschwerter Sauerstoffabgabe des Hämoglobins [Linksverschiebung der Sauerstoffbindungskurve]) kann im Hirn ein Sauerstoffmangel (Hypoxie) auch an Land schon zur Bewußtlosigkeit führen. Die Behauptung, daß durch bewußte Mehratmung auch das Blut wesentlich sauerstoffreicher wird, trifft also nicht zu. Im Gegenteil: schon an Land kommte es zu gefährlichen Nebenwirkungen. 

Hypervenitlation ist beim Tauchen strengstens verboten!!!